Der Anlass
Während der politischen Wende 1989-1991 wurde an der
Friedrich-Schiller-Universität Jena das Collegium Europaeum
Jenense (CEJ) gegründet,
- um nach mehr als einem halben Jahrhundert Totalitarismus
und Provinzialismus den Horizont für die gegenwärtigen
europäischen und globalen Herausforderungen zu erweitern,
- um aus den besten Traditionen der Jenaer Universität
im modernen Kontext eine neue geistig-politische Kultur zwischen den
Völkern zu fördern,
- um eine internationale Plattform akademischen Austausches
zwischen Universitäten und Gesellschaft, vor allem dabei zwischen
Deutschen und ihren Nachbarn zu entwickeln.
Bald zeigte sich aber,
- dass derartige Bemühungen heute kritische
internationale Entwicklungen berücksichtigen müssen, wie etwa
wachsenden Nationalismus, Fundamentalismus, Extremismus und Hass,
- dass internationale Verständigung durch alte und neue Feindbilder erschwert wird,
- dass Menschenrechtsverletzungen nicht mehr für
möglich gehaltenen Ausmaßes mit Vernichtung, Vertreibung,
Folter und Unterdrückung der Menschen als politische Mittel
weltweit um sich greifen.
Die Aufgabe
Die Werte des deutschen philosophischen Idealismus der Jenaer Zeit mit
Hegel, Fichte, Schelling, die deutsche klassische Literatur mit Goethe
als Minister und Schiller als Professor der Alma mater jenensis, wie
auch Jenas frühe internationale Mittlerstellung verpflichten uns,
diesen negativen Entwicklungen entgegenzuwirken.
Der Weg
Durch Gründung einer selbständigen Stiftung, die sich dieser
Aufgabe systematisch und mit dauerhafter finanzieller Grundlage
annimmt, auch wenn nur in jeweils exemplarischer Form, wurde ein
gangbarer Weg sichtbar.
Prof. Dr. Dr. Ulrich Zwiener (†) nutzte deshalb die finanzielle
Dotierung des ihm 1993 verliehenen Preises für
„Herausragende Leistungen in der internationalen
Hochschulzusammenarbeit“ des Bundesministers für Bildung und
Wissenschaft in Höhe von 25.000 DM für die Gründung
einer Stiftung, die nunmehr den Namen
„Ulrich-Zwiener-Stiftung für Internationale
Verständigung und Menschenrechte“ trägt.
Das Spezifikum der Stiftung
Schwerpunkt der Stiftungstätigkeit ist die Beschäftigung mit
Konfliktherden in aller Welt und mit solchen Regionen, in denen es zu
besonders schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen kommt. Die
Stiftung fördert Analysen zu den Ursachen der Konflikte und den
Möglichkeiten langfristiger Beeinflussung durch Bewusstmachung
mangelnder internationaler Verständigung. Dazu werden Symposien
und andere Formen wissenschaftlicher Erörterung gefördert
sowie durch den Preis für „Internationale Verständigung
und Menschenrechte“ auf entsprechende besondere Leistungen
aufmerksam gemacht. Die Stiftung arbeitet dabei mit dem Collegium
Europaeum Jenense (CEJ) über dessen Förderverein zusammen.
Die Stiftung arbeitet operativ. Sie fördert keine Fremdprojekte.
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